Was ist ein Unternehmensplanspiel und warum eignet es sich zur Mitarbeiterförderung?

Erfahren Sie, was ein Planspiel eigentlich ist und warum es sich besonders gut als Lernmethode eignet.

Autor: Daniele Kilian

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:

Kategorie: HR-Infos

5 Min. Lesezeit
Drei Personen spielen das MARGA Brettplanspiel

Was ist ein Unternehmensplanspiel und warum eignet es sich zur Mitarbeiterförderung?

Planspiele dienen dazu, unterschiedliche komplexe Inhalte auf reduzierte, aber realistische Art und Weise abzubilden. Innerhalb des Planspiels werden fiktive Problemstellungen präsentiert. Die Spielenden müssen die dargestellten Probleme aktiv bearbeiten und lösen. So wird ein besonders nachhaltiger Lerneffekt erzielt. Daher werden Planspiele heute in den unterschiedlichsten Bereichen und für vielschichtige Sachverhalte als Weiterbildungsmaßnahme genutzt.

Das Prinzip, das hinter Planspielen steckt, ist keineswegs neu. Seinen eigentlichen Ursprung findet das Planspiel im Schachspiel um 800 v. Chr. Im preußischen Militär wurden Planspiele eingesetzt, um Strategien und Taktiken durchzuspielen und militärische Führungskräfte auszubilden. Im Laufe der Zeit haben sich die Einsatzfelder von Planspielen deutlich erweitert. So werden in der Pilotenausbildung Flugsimulatoren eingesetzt und in der Ausbildung von Fach- und Führungskräften Unternehmensplanspiele, um Managementfertigkeiten zu trainieren.

Was genau ist ein Unternehmensplanspiel?

In Unternehmensplanspielen trainieren Teilnehmende betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, Management-Methoden und Teamarbeit nach dem Prinzip ‚Learning by Doing‘. In einem realitätsnahen Rahmen werden komplexe Management-Problemstellungen dargestellt. Die Spielenden führen als Team ein eigenes virtuelles Unternehmen und stehen dabei im direkten Wettbewerb zu weiteren Teams. Als Manager*innen beeinflussen sie verschiedene Entscheidungsfaktoren. Beim MARGA Unternehmensplanspiel betrifft das die Bereiche Marketing, Produktion, Personal und Finanzen auf unterschiedlichen Märkten. In diesem Zuge erfahren die Teilnehmenden, welche internen und externen Faktoren Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens haben. In einem bestimmten Zeitrahmen bewältigen sie Aufgaben und treffen Entscheidungen. Die Auswirkungen werden in der Simulation nachgebildet. Daraus können die Spielenden wiederum Schlüsse für die darauffolgende Spielperiode ziehen mit dem Ziel, sich erfolgreicher als die Konkurrenz zu positionieren.

Die Form der Lehrmethode trägt dazu bei, die Inhalte praktisch, wirkungsvoll und zugleich mit Spaß zu vermitteln, weshalb sie zunehmend im Rahmen der Management-Trainings eingesetzt werden

Aus diesen Gründen eignen sich Unternehmensplanspiele zur Mitarbeiterförderung:

Lernen erfolgt in Planspielen nach dem Prinzip „Learning by Doing“ und damit in erster Linie selbstgesteuert. Die selbstständige Erarbeitung, Anwendung und die Wiederholung von Inhalten sorgen dafür, dass sich Teilnehmende aktiv mit den Lerninhalten auseinandersetzen und das Gelernte verinnerlichen.

Üben und Wiederholen ist wichtig, um das vermittelte Wissen auch in zukünftigen Situationen anwenden zu können. Daher ist eine Aufteilung des Planspiels in Spielperioden sinnvoll, in denen die Teilnehmenden testen, reflektieren und wiederholen können. So werden Inhalte langfristig miteinander verknüpft und der Transfer in die Realität gefördert.

Zudem stellen Planspiele eine Umgebung dar, in der es keine weitreichenden Auswirkungen hat, Fehler zu begehen. So lernen die Teilnehmenden aus ihren Fehlern uns Misserfolgen, ohne dass Sie ein reales Risiko eingegangen sind.

Durch das System des Game-Based Learnings lernen die Spieler im Unternehmensplanspiel interaktiv und motiviert im Wettbewerb. Das fördert Ehrgeiz und Begeisterung. Die spielerische Form sorgt dafür, dass Inhalte praktisch, wirkungsvoll und zugleich mit Spaß vermittelt werden. Spaß und Freude motivieren zur intensiven Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.

Die Mischung aus Bildung und Unterhaltung – auch Edutainment genannt – wirkt sich positiv auf den Lernprozess aus. Lernen soll und muss Spaß machen und fällt unter diesem Aspekt den meisten Leuten auch sehr viel leichter.

Der Team- und Wettbewerbsgedanke spielt eine wichtige Rolle bei Unternehmensplanspielen. Denn die vorhandene Wettbewerbssituation sowie der Austausch und die Verantwortungsübernahme in der Gruppe fördern die Lernmotiviation.

Intensive Diskussionen und das gemeinsame Treffen von Entscheidungen trainiert die Teamfähigkeit der Teilnehmenden. Erfolge und Spaß stärken das Teamgefühl und die Motivation. Aber auch Konflikte, Uneinigkeiten und Misserfolge im Wettbewerb gehören dazu und stärken nicht nur soziale Kompetenzen wie Kritik- und Konfliktfähigkeit, sondern führen auch zu einer intensiveren Auseinandersetzung. Emotionen wirken sich positiv auf die Gedächtnisleistung aus und sorgen dafür, dass die Lerninhalte langfristig in Erinnerung bleiben.

In Unternehmensplanspielen setzten sich die Spielenden selbstständig mit den Lernhinhalten auseinander. Sie sind gefordert, eigene Methoden zur Problemlösung zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Das förderte eine selbstständige und selbstorgansierte Arbeitsweise. Selbstvertrauen und Eigenverantwortung, aber auch eine hohe Frustrationstoleranz und Resilienz durch Herausforderungen oder auch Misserfolge im Spielverlauf werden gestärkt. Neben den Sozialkompetenzen werden also auch die personalen Kompetenzen gestärkt.

Durch die Führung eines fiktiven Unternehmens nehmen die Teilnehmenden eine gesamtunternehmerische Perspektive ein. In Unternehmensplanspielen wird ein realistisches und dynamisches Marktumfeld abgebildet, in dem Entscheidungen risikofrei getroffen werden können. Die Teilnehmenden trainieren unternehmerisch, ganzheitlich und abteilungsübergreifend zu denken sowie zu handeln und erlangen so ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sowie die Folgen von Entscheidungen innerhalb des Unternehmens werden erlebbar. Der Unternehmergeist der Teilnehmenden wird geweckt.

In Unternehmensplanspielen erfolgt Lernen zu großen Teilen selbstgesteuert. Daher bedarf es einer zusätzlichen Unterstützung während des Lernprozesses in Form von qualifiziertem Tutoring. Die Teilnehmenden müssen die Möglichkeit haben, zeitnah und individuell Fragen zu besprechen, die sich auf ihre spezifische Entscheidungssituation beziehen. Entscheidend ist daher eine zusätzliche Unterstützung während des Lernprozesses in Form von qualifiziertem Feedback durch Trainer*innen und durch verständliche Hilfsmaterialien.

Fehler gehören in Planspielen dazu. Langanhaltende Misserfolge im Spielverlauf wirken jedoch demotivierend und stehen einem erfolgreichen Lernprozess im Weg. Dass Fehler zum Lernen dazu gehören, muss von den Trainer*innen stets deutlich gemacht werden. Damit sich Misserfolge nicht negativ auswirken, bedarf es eines stetigen Feedbacks, damit der Lernende einen Fortschritt erkennt und sein Handeln reflektieren kann.

Unsere Programmempfehlung:

MARGA Management Training

Bei unserem intensiven und nachhaltigen MARGA Management-Training handelt es sich um ein offenes Planspiel-Programm, an dem Einzelpersonen oder Gruppen unternehmens- und branchenunabhängig teilnehmen können.

Wir bieten das Programm online, als Präsenzveranstaltung und als Blended Learning-Lösung an. Das Programm eignet sich für Berufseinsteigende, Fach- und Führungskräfte mit und ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund, die ihr Management-Wissen vertiefen möchten.

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